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18.06.2010

Serie: Dresscode (2)
Wer Rock wählt, muss auch Strumpf tragen

Frauen haben bei der Businesskleidung mehr Spielraum als Männer. Trotzdem ist längst nicht alles erlaubt, vieles geboten und einiges verboten. Die Gefahr des Fehlgriffs ist umso größer, denn es geht um mehr als Kopf und Kragen.

  • Nur zwei Accessoires erlaubt
    Strenge Dresscode-Vertreter raten der Geschäftsfrau zu maximal zwei Accessoires. Dabei haben sie die Uhr schon mitgezählt. Protzige Ringe mit Klunkern in echt oder Strass sind für den Geschäftstermin nicht geeignet, ebenso wenig wie rasselnden Ketten. Wer etwas Farbe ins Spiel bringen möchte: auch ein Tuch – möglichst Seide – gilt als Accessoire.

  • Jacke mit Hose oder Rock
    Mit Hosenanzug oder Kostüm ist die Geschäftsfrau korrekt gekleidet. Wer dunkelblau, schwarz oder braun zu finster findet, ist mit grau noch immer im klassischen Bereich. Farbakzente kommen dann von Bluse, T-Shirt oder Tuch.

  • Knie umspielt 
    Als Teil des Kostüms ist der Rock ein perfektes Business-Outfit. Aber lang genug muss er sein. Hochoffiziell sollte der Rock das Knie umspielen. Moderne Varianten erlauben das Rockende eine Handbreit über dem Knie.

  • Alles eine Frage der Körperbeherrschung
    Wer einen engen Rock trägt, sollte die Beine nicht überschlagen, sondern sie leicht schräg parallel stellen. Beim Aussteigen aus dem Auto heißt die Übungsanleitung: Beine geschlossen gleichzeitig aus dem Sitz drehen. Zu kompliziert? Dann vielleicht doch lieber gleich den Hosenanzug wählen!

  • Beine bedeckt halten
    Wer Rock wählt, muss auch Strumpf tragen. Nackte Beine sind selbst im Hochsommer beim Geschäftstermin nicht angemessen. Zum Kostüm empfehlen sich dünne Seidenstrümpfe. Je dünner, desto eleganter. Je höher die DEN-Stärke, desto sportlicher und ungeeigneter ist der Strumpf. Ebenso wie Strümpfe in knallbunt oder mit auffälligem Muster. Übrigens – Auch unter der langen Hose sind nackte Füße tabu und Seidenkniestrümpfe angesagt.

  • Keine Gummischuh
    Was für das Bein gilt, gilt für den Fuß allemal. In Flipflops geht’s an den Strand, nicht aber ins Büro. Geschäftlich sind klassische Pumps die richtige Wahl. Geputzt! Im Sommer dürfen sie hinten offen sein (Slingpumps). Ein kleiner bis mittelhoher Absatz (vier bis sechs Zentimeter) wirkt elegant, wenn er das Laufen nicht beeinträchtigt. High Heels sind nicht geeignet, auch keine atmungsaktiven Wanderstiefel, Turnschühchen oder das Neueste Modell von Birkenstock oder Crocs.

  • Mit Bluse oder T-Shirt?
    Der hochoffizielle Dresscode besteht auf Bluse. Die etwas lockerere Variante lässt auch ein ordentliches T-Shirt zu, das nicht eng anliegen sollte. Andernfalls muss die Blazerjacke unbedingt geschlossen bleiben. Üppige Muster in Blüten- oder Raubkatzenoptik sind als Geschäftsoutfit ungeeignet.

  • Mit Köpfchen
    Zum gepflegten Auftritt im Job gehört ein Haarschnitt. Mähnen in glatt oder kraus sollte ein Fachmann in eine Frisur verwandeln. Wallehaar mit einem Haushaltsgummi, einem lila Haarreif oder einer rosafarbenen Spange zu bändigen, ist nicht geschäftstauglich.

  • Frisch aussehen und gepflegt
    Eine gesunde Gesichtsfarbe wirkt lebendig und frisch. Leichtes – nicht buntes – Make-up mit dezentem Rouge kann nachhelfen. Gepflegt sollten auch die Hände sein: manikürt, ohne Schmutzränder, Kauspuren oder Bruchstellen. Langgezüchtete rote Krallen könnten falsche Assoziationen beim Gesprächspartner wecken.

  • Duftmarken
    Gegeneinander anstinken ist auch im buchstäblichen Sinne unangenehm, besonders im engen Fahrstuhl oder im überhitzten Besprechungsraum. Parfum deshalb sparsam verwenden. Ein Tagesduft sollte leicht und frisch sein. Düfte mit Moschus, Patchuli oder Gewürznoten erst nach Einbruch der Dunkelheit auflegen.

  • Emergency Kit
    Ein paar Tipps für’s Handgepäck der perfekt organisierten Geschäftsfrau: Ersatzstrumpfhose, Nagelfeile (aber nicht am Schreibtisch in Betrieb nehmen), ein kleines Nähetui, der Fleckentfernerstift und Pflaster gegen Blasen, falls die neuen Schuhe drücken.

  • Regelverstöße – Achtung!
    Regelverstöße können ein Zeichen von Individualität sein oder einfach albern. Sollen sie zum Markenzeichen werden, braucht es Reife, innere Entsprechung, Erfolg, eine gehobene Position, bei aller Originalität aber vor allem Geschmack.

Foto: Helmut Bender / pixelio.de

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